Samstag, 20. Mai 2017

"Morgen lieb ich dich für immer" - Jennifer L. Armentrout

cbt Verlag, 2017
12,99 Euro


Handlung:
Mallory und Rider kennen sich seit ihrer Kindheit. Vier Jahre haben sie sich nicht gesehen und Mallory glaubt, dass sie sich für immer verloren haben. Doch gleich am ersten Tag an der neuen Highschool kreuzt Rider ihren Weg – ein anderer Rider, mit Geheimnissen und einer Freundin. Das Band zwischen Rider und Mallory ist jedoch so stark wie zuvor. Als Riders Leben auf eine Katastrophe zusteuert, muss Mallory alles wagen, um ihre eigene Zukunft und die des Menschen zu retten, den sie am meisten liebt …


Meine Meinung:
"Morgen lieb ich dich für immer" ist das erste Buch, das ich von Jennifer L. Armentrout gelesen habe. Ihre so berühmte Obsidian-Reihe habe ich mal angefangen, aber schon nach wenigen Kapiteln abgebrochen, weil ich das alles irgendwie zu jugendlich-kitschig fand und mich der Held auch einfach zu sehr an den glitzernden Edward erinnert hat. Nicht mein Fall. Jetzt also dieses Büchlein hier, aber auch hier bin ich leider alles andere als Feuer und Flamme. Oder vielleicht auch einfach schon zu alt, das werfe ich als Argument mal ganz ehrlich in die Runde. Ein paar Jahre weniger, mein Schulbesuch weniger weit weg in zurückliegender Ferne und ich hätte hier vielleicht Gefallen dran gefunden, weil ich manche Sorgen und Nöte eventuell noch besser nachvollziehen könnte.
Aber so bleibt mir eigentlich nur das Fazit, dass die blasse Heldin der Geschichte in eine farblose, sehr vorhersehbare Geschichte gesetzt wurde. Tatsächlich habe ich hier ganze Seiten überblättert, weil mir gelegentlich die Geduld gefehlt hat - und ich habe trotzdem gar nichts von der Handlung verpasst! Ich habe alles mitbekommen, von dem Wiedersehen nach einigen Jahren zwischen Mallory und Rider, den aufkeimenden Gefühlen, Riders verzwickter "sozialer" Lage, dem dramatischen Höhepunkt und natürlich den besorgten Adoptiveltern, dir für Mallory nur das Beste wollen und sie deswegen am liebsten in Watte packen würden. 
Zugegeben, Mallorys Innenleben und ihre Gedanken haben mir gut gefallen, die sind schön und vor allem nachvollziehbar beschrieben, wenn man so eine Vorgeschichte wie sie im Buch erlebt hat. Ich fand auch schön, dass sie eine Wandlung durchläuft und am Ende viel selbstbewusster dasteht. Aber das Drumherum war mir persönlich zu weichgespült und zu absehbar. Man weiß sofort, woran man hier ist, und das fand ich schade. 
Außerdem ist das ganze Buch wie mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben: Geh immer fleißig zur Schule, nur dann kann was aus dir werden. Nimm bloß keine Drogen, die schaden dir nur. Such dir auf jeden Fall Freunde, denn Einzelgänger sein - das geht gar nicht. Halt dich von den bösen Buben fern. Ach ja, und bloß kein Sex ohne Verhütung!
Ist ja alles schön und gut, wichtig sicher auch. Aber irgendwie halt auch langweilig. Zumindest fand ich das dadurch alles so ... hach nö. 
Fazit: Zu dem Buch hätte ich wohl selbst nicht gegriffen, schon allein der Titel hätte mich davon abgehalten. Aber das Buch hat seinen Weg allein zu mir gefunden, und so habe ich ihm eine Chance gegeben. Die Geschichte finde ich für Jugendliche okay, mehr aber eben leider auch nicht.


Mittwoch, 10. Mai 2017

"Flucht aus Mr. Banancellos Bibliothek" - Chris Grabenstein

Verlag Freies Geistesleben, 2017
18,90 Euro


Handlung:
Kyle liebt Spiele, mit Büchern hat er es nicht so. Als er aber erfährt, dass der berühmteste Spiele-Erfinder die neue Stadtbibliothek gestaltet hat, will er unbedingt eine Einladung zur Eröffnungsnacht gewinnen, in der zwölf Zwölfjährige in der Bibliothek eingeschlossen werden. Was er nicht weiß: Um den Weg hinaus zu finden, braucht man mehr als nur ein bisschen Glück und Verstand. Nur gut, dass der originelle Mr. Banancello auf Einfallskraft und Kombinationsgabe setzt. Da hat Kyle gar nicht so schlechte Karten.


Meine Meinung:
Du magst Rätsel? Liest auch gern mal zwischen den Zeilen? Dein Traum wäre es, eine Art Schnitzeljagd quer durch eine verrückte und außergewöhnliche Bibliothek zu unternehmen, bei der du Rätsel und Aufgaben erledigen sollst? Eine Bibliothek, die völlig interaktiv ist, mit Hologrammen und alten Filmaufnahmen sowie einem Café dienen kann? Dann wäre das Buch "Flucht aus Mr. Banancellos Bibliothek" vielleicht etwas für dich. Denn genau das findest du hier: Bücher, Rätsel und beides zusammen in einer Bibliothek. Als Leser darfst du die ganze Zeit miträtseln. 
Ich hab das Buch sehr gern gelesen. Ich gehöre sicher nicht mehr zur unmittelbaren Leser-Zielgruppe, aber für ein Rätsel war ich schon immer zu haben. Und da kommt man hier auf seine Kosten, denn man begleitet das Grüppchen Schüler bei ihrem Versuch, sich den Weg aus der Bibliothek zu "errätseln". Da kommt man selbst unweigerlich ins Überlegen, zieht Schlüsse und stellt Theorien auf, was gemeint sein könnte. Ich habe die Geschichte von Kyle und seinen Mitschülern sehr gern - und vor allem gespannt verfolgt. Der Autor Chris Grabenstein hat es schon drauf, den Leser am Ball zu halten. Die Kapitel sind schön kurz und enden fast immer mit einem kleinen Aha- oder wahlweise Schreck-Moment, sodass man einfach Kapitel für Kapitel weiterlesen möchte. Insgesamt ist "Flucht aus Mr. Banancellos Bibliothek" ein abwechslungsreiches, ungewöhnliches und spannendes Jugendbuch, das viele Möglichkeiten zum Mit-Überlegen und Mit-Rätseln bietet - und vielleicht genau deswegen ein bisschen aus der Masse der Jugendbücher heraus sticht.


Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben!

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena