Mittwoch, 30. August 2017

Ein August-Rückblick, der sich eigentlich gar nicht lohnt...

Aber ich wollte mich trotzdem gern mal wieder melden ;)
Ja, denn den August kann ich als Lese-Monat aktuell ziemlich vergessen. Ich habe ganze drei Bücher gelesen und das auch nur, weil ich die letzten beiden Tage krank zuhause war und dadurch "Der Lügenbaum" beenden und "Aquila" am Stück verschlingen konnte. Sonst sähe es echt mau aus diesen Monat. 

Gelesen im August: 
Abir Mukherjee "Ein angesehener Mann" (Rezension)
Frances Hardinge "Der Lügenbaum" (Rezension folgt)
Ursula Poznanski "Aquila"

Irgendwie war der Monat gar nicht so vollgepackt mit anderen Sachen und Terminen, aber zum Lesen bin ich dennoch nicht gekommen. Ich habe zwei Faktoren ausgemacht, die Schuld daran sind, dass mein Leseverhalten diesen Monat so kläglich untergegangen ist:

1. Meine Doktorarbeit. Der habe ich in den letzten Wochen tatsächlich doch mal ein bisschen mehr Zeit gewidmet. Zwar längst nicht genug und mein schlechtes Gewissen, weil ich schon längst weiter sein wollte (und sollte), wächst gerade ins Unermessliche. Aber immerhin bin ich einen kleinen Schritt weitergekommen. (Immer schön das Positive formulieren!)

2. Ich habe mir eine Playstation 4 gekauft und das ... nun ja, das war dann wohl wirklich das Einläuten des Endes des Lesezeit. Noch dazu, wenn man die Weiten und Möglichkeiten dieser Spielekonsole und der ganzen Games-Technik mit einem Spiel wie "Uncharted 4" beginnt - ein Spiel, das mich bereits nach 5 Minuten süchtig gemacht hatte und mich bei jeder neuen Szene schlucken und die Augen aufreißen lässt. Vielleicht sollte ich erklären, dass mein Bruder und ich früher eine Playstation 2 hatten, und ich daher einfach ... ähm, noch andere Standards gewöhnt war, was realistische Animationen und Spielemöglichkeiten betrifft. Ist halt doch schon etwas her. Nun hab ich "Uncharted 4" fast durch, bin nicht zuletzt auch von Nathan Drake, dem Helden des Spiels, völlig hin und weg. (Ziemlich attraktiv animiert oder wie auch immer man das korrekt nennt, muss ich mal sagen...) Die drei Vorgänger der "Uncharted"-Reihe habe ich mir zwischenzeitlich auch geholt, aber wann ich mir für die mal guten Gewissens Zeit nehmen kann, puhhhhh....

Ich hoffe, der September wird besser, was das Lesen betrifft. In den letzten Tagen habe ich so viele tolle Bücher bekommen, teilweise vorbestellt, teilweise aus der Laune heraus bestellt, teilweise kurzentschlossen im Buchladen mitgenommen. Jetzt bräuchte ich nur einige freie Tage (und Nathan Drake-freie Tage), dann könnte ich mich mal wieder richtig in ein paar Geschichten fallen lassen. Außerdem!!! erscheint in wenigen Tagen der neue und zugleich letzte Teil der "Lockwood & Co."-Reihe, was mich einerseits vor Freude springen lässt, andererseits wehmütig macht, weil es nun mal das letzte Buch dieser großartigen Reihe ist. Ich bin sowas von gespannt! :D

Sonntag, 6. August 2017

"Ein angesehener Mann" - Abir Mukherjee

Heyne Verlag, 2017
9,99 Euro

Handlung:

Kalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerrissen zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung.

Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes.



Meine Meinung:
"Ein angesehener Mann" ist ein perfekter Roman für lange Lesestunden, für all jene, die sich für die indische Geschichte interessieren, mit Fokus auf die Kolonialzeit Anfang des 20. Jahrhunderts. 1919 wird in Kalkutta ein wichtiger Verwaltungsbeamter ermordet und der englische Polizist Sam Wyndham soll diesen Fall lösen. 
Als Leser begleitet man Wyndham nicht nur bei der Spurensuche und den Ermittlungen, sondern bekommt auch vielfältige Einblicke in die indische Kultur, in das Leben zur damaligen Zeit unter britischer Herrschaft, in Land und Leute. Und das hat mir an sich sehr gut gefallen, denn ich weiß wenig über Indien, muss ich gestehen. Gerade historische Fakten sind mir da nicht geläufig und so hat mir diese Geschichte auch jede Menge Informationen geliefert über die Standesunterschiede, über Rechte und Missstände in der Bevölkerung. Und noch dazu auf eine sehr interessante und auch unterhaltsame Art und Weise geliefert, denn Abir Mukherjee kann wirklich sehr gut schreiben. Er schafft es, die Hitze, die Farben, die Gerüche, ja, die ganze indische Vielfalt Gestalt annehmen zu lassen in seinen Beschreibungen. Er verliert sich manchmal ganze Abschnitte lang in Beschreibungen, die aber so treffend und gut gelungen sind, dass sie einem Film über das Geschehen in nichts nachstehen würden. Während mich dieser Sprachstil einerseits sehr begeistert hat, ist er für mich zugleich so ziemlich der einzige Kritikpunkt der Geschichte: mir wurde das Buch an mancher Stelle leider ein wenig zu langatmig. Das Buch hat über 500 Seiten und für mein Empfinden hätte es gut 150 Seiten kürzer sein können. Manchmal hat mich diese Sprachgewalt, dieser Erzählreichtum ein wenig erdrückt und gelähmt beim Lesen. Hier und da habe ich eine Seite überblättert, und bin dennoch immer wieder gut in die Geschichte hinein gekommen.
Fazit: Eine spannende Geschichte über Spurensuche und Ermittlungsarbeit im Kalkutta 1919, mit einem sympathischen und vor allem "echten" Ermittler, über den man durchaus mehr lesen wollen würde - und auch kann, denn soweit ich mitbekommen habe, wird es eine Reihe um Sam Wyndham geben. Er und sein Sergeant Banerjee sind definitiv lesenswert. Letztlich ist mir die Fülle der Geschichte und der Beschreibungen jedoch einen Tick zu langatmig geworden.


Freitag, 4. August 2017

Blitzlicht #3: Man sieht sich immer zweimal im Leben

So ein abgedroschener Spruch. Dachte ich immer. Und dann steht da plötzlich eine Person vor einem, von der man dachte (und befürchtete), man würde sie nie wieder sehen. 
So ging´s mir diese Woche. Da war plötzlich wieder jemand da, den ich von früher (er)kannte und der einiges bei mir ausgelöst hat. Damals und heute, beziehungsweise als ich neulich merkte "Oha, den kennst du." Und auch jetzt beschäftigt mich dieses unerwartete Wieder-Aufeinandertreffen immer noch. Ich will hier gar nicht ins Detail verfallen, denn die Vorgeschichte dazu aufzuschreiben, würde ewig dauern und hat mich ohnehin schon so viele Minuten und Stunden meines Lebens beschäftigt. Aber weil es eben eine Person ist, die mir irgendwann nicht mehr ganz egal war, sitzen die Gedanken an damals (und eben plötzlich auch an heute) doch noch tief irgendwo da oben im Gehirn drin. Diese Gedanken beinhalten viele Warum´s und vor allem Warum-nicht´s und wenn und aber und hach´s. So ist das halt manchmal. Man kann sich nicht aussuchen, wen man kennen lernt und wer einem im Kopf bleibt. Und da selbst nach Jahren noch drin ist. 
So gesehen waren die letzten Tage für mich ein ziemliches emotionales Auf und Ab, und mit einem fetten "Ab" endete genau diese unerwartete Begegnung heute leider auch. Ich kam mir kurz vor wie Hugh Grant in "Tatsächlich Liebe"...



Ja, doch, ungefähr so. Wie blöde.

Warum ist das so? Dass man manchmal gedanklich so an alten Sachen festhält und drin hängt? Manche Menschen können sowas ja sehr gut, sich selbst gedanklich aufräumen und sich von Dingen lossagen, die sie nicht mehr im Kopf haben wollen. So Meditations-mäßig. Ich kann sowas nicht. 
Manchmal will ich es aber - zugegeben - auch gar nicht. Manchmal mag ich es, Erinnerungen an Dinge zu haben, die mir auch nicht so schöne Zeiten beschert haben in meinem Leben. Erinnerungen an Dinge, die ja schließlich auch zu meinem Leben dazu gehören. Und die - so war es zumindest in Bezug auf die genannte Person - ja irgendwie auch mit so vielen guten Momenten verknüpft sind, rückblickend. Und die es mir dann eben beispielsweise ermöglichen, diesen Spruch "Man sieht sich immer zweimal im Leben" wahr werden zu lassen. Auch, wenn ich mir einen anderen Ausgang gewünscht hätte.

Ich hab Gedankenknoten und - wirrwarr im Kopf, das merkt man vielleicht auch. Warum ich das hier eigentlich geschrieben habe? Keine Ahnung. Das wollte irgendwie gerade eben mal raus. Beim nächsten Mal schreib ich wieder was Buch-bezogenes, versprochen.


Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena